Gildelager in Kandersteg

altLord Baden-Powell träumte von einem permanenten Mini-Jamboree, ein Ort, wo sich Pfadfinder aus aller Welt das ganze Jahr über treffen können.

Dieser Traum wurde im Jahre 1923 wahr und seither besuchen jährlich rund 10‘000 Gäste aus über 40  Ländern Kandersteg. Betrieben wird das Zentrum von einem Team junger Ehrenamtlicher aus aller Welt. (www.kisc.ch)
Das heurige Gildelager führte uns Anfang August nach Kandersteg. Für eine Woche wollten wir in unserem fortgeschrittenen Alter wieder ein bisschen internationale Pfadfinderluft schnuppern, nachdem wir uns ja letztes Jahr auf Klosterneuburg konzentriert hatten.

Der Lagerplatz liegt recht idyllisch neben dem Nordportal des Lötschbergtunnels. Trotz der in Summe beachtlichen Größe (bis zu 1200 Personen) ist der Platz auch für Kleingruppen wie uns recht angenehm, da er durch Wald und Buschwerk in ca. 50 kleinere Plätze aufgeteilt ist. In der Nähe jedes Platzes gibt es eine Trinkwasserstelle, Toiletten und Duschen mit teilweise heißem Wasser. Ebenso ist Bau- und Brennholz vorhanden, also optimale Infrastruktur für ein Lager. Unser Programm begann recht typisch mit dem Aufbau der Zelte, gefolgt von Pionierbauten, also Regal, Lagertor und Fahnenmast. Gekocht wurde auf offenem Feuer, wie es sich gehört.

Dann folgte schon der erste Höhepunkt der Lagerwoche: am ersten August ist Schweizer Nationalfeiertag, der in Kandersteg mit einer Vielzahl von Aktivitäten begangen wird: Tagsüber werden schweizerische und internationale Köstlichkeiten kredenzt und Wettkämpfe aller Art veranstaltet, abends folgt dann eine gemeinsame Feier mit den Bewohnern des Dorfes, mit Alphörnern, Feuerwerk und allem was dazu gehört.

Die Schweiz bietet sich ja für alle möglichen Freizeitaktivitäten an, die wir auch rundum genutzt haben: Es begann mit einem Besuch Berns (die Bären sind leider derzeit in Pension), aber der Kindlefresserbrunnen und die nette Altstadt sind noch da. Weiters eine wassersportliche Aktivität: Rudern auf der Aare von Thun bis Bern (abwärts natürlich, was bei der Strömung und den Hindernissen durchaus angenehm ist), aber auch einige kleinere Wanderungen um die herrliche schweizer Gegend zu erkunden.

Der Klassiker jedes Kanderstegaufenthaltes ist der Besuch des Gletschers am Jungfraujoch. Mit der Zahnradbahn erreicht man den Alpenbahnhof Kleine Scheidegg auf 2061 m Höhe über Hamburg, unmittelbar am Fuße der weltberühmten Eigernordwand. Dann geht die Fahrt weiter durch den Eigertunnel zu den beiden Felsenstationen Eigerwand und Eismeer. Am sogenannten „Top of Europe“, also ganz oben, ist dann Schnee und Eis zu 100% garantiert! Der Grosse Aletschgletscher ist mit 22 Kilometern der längste Eisstrom der Alpen. Das Sphinx-Aussichtsgebäude, der Eispalast, das Plateau für Spaziergänge im ewigen Schnee - das sind die Attraktionen auf dem Jungfraujoch. Den Rückweg haben wir dann noch zu einer Wanderung entlang der Eigernordwand genutzt.

Auch nicht fehlen darf der Besuch einer Käserei. In unserem Falle geschah dies eher zufällig während eines Ausfluges auf die Sunnbüelalm, wo uns beim Besuch einer Alm Einblick in die Käseproduktion vermittelt wurde. 

So eine Lagerwoche vergeht recht schnell, bald schon war Zeit für das Abschlusslagerfeuer. Besonders freut uns, dass 2 Teilnehmerinnen hier nach der ersten Lagerwoche ihr Versprechen ablegten: Ursula Kauer und Bibi Dattler.

 Bilder gibt es  hier

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