Führung durch den Keller Scherer-Ottenfels

kellerDie Geschäfte am Stadtplatz von Klosterneuburg kennt jeder, aber nur wenigen ist bewusst, was unter vielen dieser Gebäude im Verborgenen liegt.

Im Dezember hatte die Gilde Gelegenheit, sich das Gebäude, den Hof und auch den Keller der Familie Scherer-Ottenfels bei einer Führung anzusehen. Über dem Haustor steht eine Jahreszahl Ende des zwölften Jahrhunderts. Somit war klar, dass es alleine schon im Hausflur viel Historisches zu bewundern gibt, das mit sehr viel Fachwissen von Herrn Scherer-Ottenfels erklärt wurde.

Seit er das Haus im Rahmen einer Zwangsversteigerung in etwas desolatem Zustand erworben hatte, hat er in sehr viel Kleinarbeit, ohne Unterstützung des Denkmalamtes, sondern eher nur von diversen Behörden behindert, alles liebevoll restauriert. Unter Verschlägen, Mauern und Verputzschichten, die vorsichtig abgetragen wurden, kamen jahrzehntelang versteckte Malereien zum Vorschein, unter denen sogar auch noch ältere Bildwerke liegen. Die Gartenmauer ist ein Teil der ehemaligen Stadtmauer, durch die auch ein Gang führt. Das verfallene Wächterhäuschen wurde renoviert und zum Gartenhäuschen umfunktioniert. War das alles schon sehr beeindruckend, so blieb doch manchem von uns vor Staunen der Mund offen, als wir in den Keller geführt wurden.

Da er im Mittelalter ein „Geheimtreffpunkt“ der frühen Christen war, ließen diejenigen, denen das nicht passte, den jetzt kanalisierten Albrechtsbach umleiten, schlammten die Kellergewölbe, die bereits aus der Römerzeit stammten voll und machten sie somit unbenutzbar. Über Jahre hat die Familie Scherer-Otterfels Tonnen von getrocknetem Schlamm weggeschafft und die Wände und Böden renoviert. Man kann kaum glauben, welche Räumlichkeiten hier von den Römern bereits geschaffen worden sind. Dabei ist noch nicht einmal alles freigelegt und man weiß, dass Gang, der hier beginnt, in der Langstögergasse, ein paar hundert Meter entfernt, endet. Es gibt in diesem Keller 13 Brunnen, ein Schwefelindoor“pool“, eine Alchimistenstube, eine Hypokausten-Fussbodenheizung und eine Stelle, an der besondere Kräfte wirken mit einem frühen, christlichen Kreuz. Bei alle dem Faszinierenden hier, beginnt man fast an Übernatürliches zu glauben, wenn im Keller keine elektrischen Glühmittel - egal welcher Art - länger als drei bis vier Wochen halten. Als wollte eine besondere Kraft, dass hier manches im Dunkel bleibt……

 

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